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Deine erste Anleihe in neun Schritten

Vom Termin bis zur Rückzahlung – mit einem Beispiel, das durch alle Schritte führt: 5.000 € für ein Auto im Herbst 2028, angelegt in einer Anleihe mit Bestnote. Lesezeit: etwa 7 Minuten.

Wann brauchst du das Geld?

Fang mit deinem Termin an. Im Beispiel willst du im Herbst 2028 ein Auto kaufen und legst bis dahin 5.000 € an. Deine Anleihe sollte kurz vor dem Termin fällig werden – hier am 19.10.2028. Wer bis zur Fälligkeit hält, bekommt 100 % zurück – egal, wie der Kurs zwischendurch schwankt, solange der Schuldner zahlt (Schritt 2).

Du kannst die Anleihe auch vorher verkaufen – jederzeit über die Börse. Dann bekommst du den Kurs des Tages: Liegt er unter deinem Kaufkurs, machst du Verlust, liegt er darüber, Gewinn.

Dein Plan auf einen Blick

Zeitleiste: Heute legst du 5.000 Euro an. Die Anleihe läuft bis zum 19. Oktober 2028 und zahlt jedes Jahr Zinsen. Dann gibt es 100 Prozent zurück – rechtzeitig vor dem Autokauf im Herbst 2028. Anleihe läuft – jedes Jahr Zinsen 20272028 Heute 5.000 € anlegen 19.10.2028 100 % zurück Autokauf Zeit → Zeitleiste: Heute legst du 5.000 Euro an. Die Anleihe läuft bis zum 19. Oktober 2028 und zahlt jedes Jahr Zinsen. Dann gibt es 100 Prozent zurück – rechtzeitig vor dem Autokauf im Herbst 2028. Anleihe läuft – jedes Jahr Zinsen 20272028 Heute 5.000 € anlegen 19.10.2028 100 % zurück Autokauf Zeit →

Kurz gesagt: Fälligkeit kurz vor deinem Termin – dann gibt es 100 % zurück, wenn der Schuldner zahlt. Verkaufst du früher, zählt der Tageskurs.

Achte auf die Bonität

Die Bonität sagt, wie sicher der Schuldner Zinsen und Rückzahlung zahlt. Für die erste Anleihe: Rating AAA oder AA. Die Note steht im Steckbrief der Anleihe bei deinem Broker. Ein auffällig hoher Zins ist fast immer der Lohn für mehr Risiko.

Im Beispiel: eine Staatsanleihe mit der Bestnote AAA.

Ratings richtig nutzen →

Kurz gesagt: Erst sicher, dann mehr Zins – nicht umgekehrt.

Kaufe in Euro

Eine Anleihe in Euro zahlt Zinsen und Rückzahlung in Euro. Bei Dollar & Co. schwankt dein Ergebnis zusätzlich mit dem Wechselkurs.

Im Beispiel: Euro – Zinsen und Rückzahlung kommen ohne Umtausch.

Kurz gesagt: Euro – kein Wechselkursrisiko.

Nimm einen festen Zins

Ein fester Kupon zahlt jedes Jahr denselben Betrag – du weißt vorher, was kommt. Variable Zinsen ändern sich mit dem Zinsniveau.

Im Beispiel: 2,40 % fest – auf 5.000 € sind das 120 € an jedem 19. Oktober.

Kurz gesagt: Fester Zins – planbare Zahlungen.

Prüfe die Stückelung

Die Stückelung ist der kleinste Betrag, den du kaufen kannst. Bundesanleihen gibt es ab 1 Cent, viele andere ab 1.000 € – manche Unternehmensanleihen erst ab 100.000 €. Sie steht in der Anleihen-Suche und im Steckbrief.

Im Beispiel: ab 0,01 € – 5.000 € passen problemlos.

Kurz gesagt: Die Stückelung muss zu deinem Betrag passen.

Wähle ein günstiges Depot

Anleihen kaufst du über ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Weil Anleihen nur ein paar Prozent im Jahr bringen, zählt jeder Euro Gebühr.

Vergleiche die Kosten pro Order und fürs Depot. Für einen Kauf über 5.000 € verlangen Online-Broker oft 1 € oder weniger, Direktbanken rund 10 bis 18 €, in der Filiale sind schnell 50 € fällig. Nicht jede App bietet einzelne Anleihen an – manche nur Anleihen-ETFs. Prüfe vorher per ISIN, ob du deine Anleihe dort kaufen kannst.

Was von 328 € Ertrag übrig bleibt

Ertrag der Beispiel-Anleihe bis zur Fälligkeit vor Steuern: 328 €. Die Filialbank-Preise stehen unter „Datenquellen und Methodik“.

19 Broker im Vergleich →

Kurz gesagt: Jeder Euro Gebühr fehlt am Ende bei deiner Rendite.

Prüfe Kurs, Rendite und Spanne

Der Kurs steht in Prozent vom Nennwert: 98,37 % heißt, 5.000 € Nennwert kosten 4.918,50 €. Am Ende bekommst du 100 % – der Unterschied ist dein Kursgewinn.

Vergleiche deshalb die Rendite, nicht den Kupon: Sie rechnet Zinsen und Kursgewinn zusammen. Und schau auf die Spanne zwischen Brief- und Geldkurs. Bei großen Anleihen mit Milliarden im Umlauf ist sie winzig, bei kleinen oft mehr als ein Prozent.

Im Beispiel: Kupon 2,40 %, Kurs 98,37 % – das ergibt eine Rendite von 3,22 % im Jahr (mit 1 € Ordergebühr).

Zwei Kursanzeigen im Vergleich

Brief = dafür kaufst du. Geld = dafür verkaufst du. Die Spanne dazwischen verlierst du, wenn du kaufst und gleich wieder verkaufst.

Mehr zur Spanne →

Kurz gesagt: Rendite vergleichen und große Anleihen kaufen – dann bleibt die Spanne klein.

Gib die Order richtig ein

  1. Nennwert statt Stück: Du gibst den Betrag ein, zum Beispiel 5.000 € – keine Stückzahl.
  2. Immer mit Limit: knapp über dem Briefkurs. So kaufst du nie teurer als geplant.
  3. Große Börse, tagsüber: zum Beispiel Stuttgart oder Frankfurt, zwischen 9 und 17:30 Uhr. Dann ist am meisten los und die Spanne meist am kleinsten.
  4. Nur für heute: Lass die Order am Abend verfallen. Morgen prüfst du neu.

So sieht die Order aus

Kurz gesagt: Nennwert, Limit, große Börse, nur heute – dann sitzt die Order.

Plane die Stückzinsen ein

Kaufst du zwischen zwei Zinsterminen, zahlst du dem Verkäufer die Zinsen, die seit dem letzten Termin aufgelaufen sind – die Stückzinsen. Auf der Abrechnung stehen sie extra.

Das Geld ist nicht weg: Am nächsten Zinstermin bekommst du die Zinsen für das ganze Jahr. Und die gezahlten Stückzinsen zieht die Bank von diesen Zinsen ab – versteuern musst du im Beispiel nur 120 € − 113,10 € = 6,90 €.

Plane etwas Puffer ein: Für 5.000 € Nennwert brauchst du im Beispiel 5.032,60 € auf dem Verrechnungskonto – sonst lehnt die Bank die Order womöglich ab.

Wem die Zinsen gehören

Zinsperiode vom 19. Oktober 2025 bis 19. Oktober 2026. Die ersten 344 Tage bis zum Abrechnungstag deines Kaufs, dem 28. September 2026, gehören dem Verkäufer – dafür zahlst du 113,10 Euro Stückzinsen. Die letzten 21 Tage gehören dir. Am 19. Oktober 2026 bekommst du 120 Euro Zinsen für das ganze Jahr. 344 Tage – Zinsen des Verkäufers Letzter Zinstermin 19.10.2025 Nächster Zinstermin 19.10.2026: 120 € Abrechnungstag: 28.09.2026 Du zahlst dafür 113,10 € Stückzinsen 21 Tage: deine Zinsen Datum → Zinsperiode vom 19. Oktober 2025 bis 19. Oktober 2026. Die ersten 344 Tage bis zum Abrechnungstag deines Kaufs, dem 28. September 2026, gehören dem Verkäufer – dafür zahlst du 113,10 Euro Stückzinsen. Die letzten 21 Tage gehören dir. Am 19. Oktober 2026 bekommst du 120 Euro Zinsen für das ganze Jahr. 344 Tage – Zinsen des Verkäufers Letzter Zinstermin 19.10.2025 Nächster Zinstermin 19.10.2026: 120 € Abrechnungstag: 28.09.2026 Du zahlst dafür 113,10 € Stückzinsen 21 Tage: deine Zinsen Datum →

Kurz gesagt: Stückzinsen zahlst du vor – mit dem nächsten Zinstermin kommen sie zurück.

Deine Checkliste

Hake ab, was du erledigt hast. „Schritt“ führt zurück zur Erklärung.

  1. Schritt 1
  2. Schritt 2
  3. Schritt 3
  4. Schritt 4
  5. Schritt 5
  6. Schritt 6
  7. Schritt 7
  8. Schritt 8
  9. Schritt 9

Alles abgehakt – du bist bereit für deine erste Anleihe.

Lieber nicht für den Anfang: Hochzins, nachrangig, kündbar, Fremdwährung.

Die Suche ist vorgefiltert wie im Beispiel: Bund, Länder und Förderbanken · Euro · fester Zins · 1 bis 3 Jahre Restlaufzeit · ab 100 Mio. € im Umlauf. Die Restlaufzeit passt du an deinen Termin an.

Die Zahlen im Beispiel sind gerundet (Kursdatum unter „Datenquellen und Methodik“); Kurse und Gebühren ändern sich täglich bzw. je Anbieter. Die Seite zeigt, wie man vorgeht – sie ist keine Anlage- und keine Steuerberatung.

Datenquellen und Methodik

Beispiel-Anleihe. Die Zahlen sind einer real gehandelten Staatsanleihe mit Bestnote AAA nachempfunden: 2,40 % Kupon, fällig 19.10.2028, 29,5 Mrd. € im Umlauf, Kurs 98,35 % und Rendite 3,24 % (Deutsche Bundesbank, 23.09.2026). Geld- und Briefkurs sind darum herum angenommen (98,33 / 98,37 %). Sie dient nur als Rechenbeispiel, nicht als Empfehlung.

Rechnung. Stückzinsen nach der Zinsmethode actual/actual (ICMA), üblich bei Staatsanleihen im Euroraum: vom letzten Zinstermin 19.10.2025 bis zum Abrechnungstag 28.09.2026 (zwei Börsentage nach dem Kauf am 24.09.2026) = 344 von 365 Tagen. Rendite des Beispiels mit 1 € Ordergebühr: interner Zinsfuß der Zahlungen = 3,22 % im Jahr. Steuer vereinfacht: Sparerpauschbetrag 1.000 € (Paare 2.000 €, Stand 2026).

Gebühren. Online-Broker und Direktbanken: veröffentlichte Preismodelle, September 2026 (Neobroker 0 bis 1 € je Order; Direktbanken rund 10 bis 18 € bei 5.000 €). Filialbank: Preisaushang einer Sparkasse, Stand August 2026 – Order über den Berater 19,90 € zuzüglich 0,7 % vom Kurswert, Depot 8,93 € im Quartal plus 0,0595 % vom Kurswert im Quartal (für zwei Jahre rund 95 €). Fremde Kosten (Börsenentgelte) nicht eingerechnet. Alle Anbieter im Einzelnen: Broker im Vergleich.

Handel. Privatanleger kaufen Anleihen über ein Depot, an der Börse oder außerbörslich. Die Börse Stuttgart handelt Anleihen von 7:30 bis 22 Uhr; die Empfehlung „tagsüber“ folgt daraus, dass die Spannen in den Hauptbörsenzeiten meist am engsten sind.