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Glossar

67 Fachbegriffe rund um Anleihen – jeder in wenigen Sätzen. Tippe einen Begriff ein oder springe zum Buchstaben.

67 Begriffe

A

Abgeltungsteuer

Die Steuer auf Kapitalerträge in Deutschland: 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %, mit Kirchensteuer knapp 28 %. Sie gilt für Zinsen und für Kursgewinne. Die Bank zieht sie direkt ab.

Anleihe

Ein Wertpapier, mit dem sich ein Staat oder ein Unternehmen Geld leiht. Wer es kauft, bekommt jedes Jahr Zinsen und am Ende den Nennwert zurück – solange der Schuldner zahlen kann.

Anleihen-ETF

Ein Fonds, der viele Anleihen bündelt und wie eine Aktie an der Börse gehandelt wird. Mit einem einzigen Papier streust du über Hunderte Anleihen. Anders als eine einzelne Anleihe hat er meist keine Fälligkeit – der Kurs schwankt mit dem Zinsniveau weiter.

Anleihenleiter (und Hantel)

Mehrere Anleihen mit gestaffelten Fälligkeiten – zum Beispiel je eine, die in 1, 2, 3, 4 und 5 Jahren fällig wird. Jedes Jahr kommt Geld zurück und wird für fünf Jahre neu angelegt. So musst du das allgemeine Zinsniveau nicht vorhersagen. Die Hantel (Barbell) ist die Variante mit nur kurzen und nur langen Laufzeiten, nichts dazwischen.

Art: Staat, Öffentlich, Unternehmen

Wer die Anleihe ausgibt. Staat: ein Zentralstaat wie die Bundesrepublik. Öffentlich: Bundesländer, Städte, Förderbanken wie die KfW und Institutionen wie die Europäische Investitionsbank. Unternehmen: alle übrigen, auch Banken.

Ausblick (Outlook)

Die Richtung, in die sich ein Rating in den nächsten ein bis zwei Jahren wahrscheinlich bewegt: positiv, stabil oder negativ, selten „in Entwicklung“ (beides möglich). Ein negativer Ausblick ist ein Warnsignal, aber noch keine Herabstufung.

Ausfallrisiko

Die Gefahr, dass der Schuldner nicht mehr zahlen kann – Zinsen und Rückzahlung fallen dann ganz oder teilweise aus. Es ist das Risiko, das das Rating misst. Eine Einlagensicherung gibt es für Anleihen nicht; dafür bleiben sie als Wertpapier dein Eigentum, auch wenn deine Bank pleitegeht.

B

Bail-in

Die Beteiligung der Gläubiger an der Rettung einer Bank: Statt Steuergeld werden Aktionäre und bestimmte Gläubiger herangezogen – ihre Anleihen werden ganz oder teilweise abgeschrieben oder in Aktien getauscht. Zuerst trifft es Nachranganleihen wie AT1 und Tier 2, danach auch normale („Senior“-)Anleihen der Bank. Pfandbriefe und Einlagen bis 100.000 € sind ausgenommen.

Basispunkt

Ein Hundertstel Prozentpunkt. 100 Basispunkte sind ein Prozentpunkt. Renditen und Aufschläge werden oft so angegeben, weil kleine Unterschiede zählen.

Beobachtungsliste (CreditWatch)

Die Vorstufe zu einer Ratingänderung: Die Agentur prüft die Note gerade und entscheidet meist in wenigen Monaten. S&P nennt das „CreditWatch“, Moody’s „Review“, Fitch „Rating Watch“. Steht eine Note „zur Herabstufung“ auf der Liste, folgt diese in mehr als der Hälfte der Fälle.

Bonität und Rating

Wie sicher ein Schuldner zahlt. Ratingagenturen wie S&P, Moody’s und Fitch geben Noten: von AAA (beste Bonität) bis D (Zahlungsausfall). Bis BBB− (bei Moody’s Baa3) gilt ein Schuldner als „Investment Grade“, darunter beginnen die Hochzinsanleihen.

Börsenplatz

Der Handelsplatz, an dem deine Order ausgeführt wird. Anleihen werden in Deutschland vor allem in Stuttgart, Frankfurt, an der Xetra-Plattform und bei Tradegate oder Gettex gehandelt, dazu außerbörslich direkt mit Händlern. Die Kurse unterscheiden sich leicht – der Platz mit dem meisten Handel hat meist die engste Geld-Brief-Spanne.

Bundeswertpapiere

Alle Anleihen der Bundesrepublik Deutschland: Bundesanleihen (10 und 30 Jahre), Bundesobligationen (5 Jahre), Bundesschatzanweisungen (2 Jahre), unverzinsliche Schatzanweisungen (unter einem Jahr) und inflationsindexierte Anleihen. Rating AAA, Stückelung 0,01 €, täglich für Milliarden gehandelt – der Maßstab für alle anderen Anleihen in Euro.

D

Deckungsmasse

Die Sicherheiten hinter einem Pfandbrief: Immobilienkredite oder Kredite an Staaten, die die Bank eigens für die Pfandbrief-Gläubiger bereithält. Sie muss jederzeit mindestens so groß sein wie alle ausstehenden Pfandbriefe und wird von einem Treuhänder überwacht. Geht die Bank pleite, gehört die Deckungsmasse zuerst den Pfandbrief-Gläubigern.

Depot

Das Konto für Wertpapiere – bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dort liegen deine Anleihen, dorthin kommen Zinsen und Rückzahlung. Die Papiere bleiben dein Eigentum, auch wenn die Bank pleitegeht. Ordergebühren und Depotkosten unterscheiden sich stark.

Duration

Ein Maß dafür, wie stark der Kurs auf Änderungen des allgemeinen Zinsniveaus reagiert: Steigt das Zinsniveau um einen Prozentpunkt, fällt der Kurs grob um so viele Prozent, wie die Duration beträgt. Je länger die Laufzeit und je niedriger der Kupon, desto höher die Duration – etwa 8 bei zehnjährigen Staatsanleihen, 15 und mehr bei Langläufern.

E

Einlagensicherung

Der gesetzliche Schutz für Bankguthaben wie Tages- und Festgeld: bis 100.000 € je Kunde und Bank. Wertpapiere fallen nicht darunter – sie bleiben im Depot dein Eigentum, auch wenn die Bank pleitegeht. Das Ausfallrisiko einer Anleihe trägst du selbst: Zahlt der Schuldner nicht, hilft keine Einlagensicherung – auch nicht bei Anleihen der eigenen Bank.

Emittent

Wer ein Wertpapier ausgibt. Bei einer Anleihe ist das der Schuldner, der Zinsen und Rückzahlung leisten muss.

Euribor (Referenzzins)

Der Zins, zu dem sich Banken im Euroraum untereinander Geld leihen – täglich für Laufzeiten von einer Woche bis zwölf Monaten veröffentlicht. Er folgt dem allgemeinen Zinsniveau und dient variabel verzinsten Anleihen als Referenzzins: Kupon = Euribor + fester Aufschlag.

Ewige Anleihe (Perpetual)

Eine Anleihe ohne Fälligkeit. Zurückgezahlt wird nur, wenn der Schuldner kündigt – und das darf er, muss er aber nicht. Fast immer nachrangig, meist von Banken und Versicherern. Der hohe Kupon bezahlt dich dafür, dass du vielleicht nie dein Geld zurückbekommst, nur den Kurs.

F

Fälligkeit und Restlaufzeit

Die Fälligkeit ist der Tag, an dem der Nennwert zurückgezahlt wird. Die Restlaufzeit ist die Zeit bis dahin. Unbefristete („ewige“) Anleihen haben keine Fälligkeit – nur der Schuldner kann sie kündigen.

Floater (variabler Zins)

Eine Anleihe, deren Kupon sich regelmäßig an einen Referenzzins wie den Euribor anpasst. Steigt das allgemeine Zinsniveau, steigt der Kupon mit. Der Kurs schwankt deshalb kaum.

Freistellungsauftrag

Der Auftrag an deine Bank, Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag (1.000 € je Person, 2.000 € bei Zusammenveranlagung) ohne Steuerabzug auszuzahlen. Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank die Abgeltungsteuer ab dem ersten Euro ab – du holst sie dann erst mit der Steuererklärung zurück.

Fremdwährungsanleihe

Eine Anleihe, die in einer anderen Währung als Euro zahlt – Dollar, Kronen, Lira. Zinsen und Rückzahlung kommen in dieser Währung; was in Euro ankommt, entscheidet der Wechselkurs mit. Der höhere Zins ist oft der Ausgleich für eine schwächere Währung.

G

Geld-Brief-Spanne

Der Abstand zwischen dem Kurs, zu dem Käufer kaufen wollen (Geld), und dem, zu dem Verkäufer verkaufen wollen (Brief). Du kaufst zum höheren Briefkurs und verkaufst zum niedrigeren Geldkurs – die Spanne ist dein Preis für den Handel. Bei Bundesanleihen winzig, bei kleinen Anleihen groß.

H

Hochzinsanleihe (High Yield)

Eine Anleihe eines Schuldners mit Rating unter BBB−. Sie zahlt deutlich mehr Zins, weil das Risiko eines Ausfalls höher ist.

I

Inflationsindexierte Anleihe

Eine Anleihe, deren Nennwert und Zinsen mit den Verbraucherpreisen wachsen. Steigt die Inflation, bekommst du mehr Zinsen und am Ende mehr als 100 % zurück. Der Kupon ist dafür niedrig – du kaufst einen festen Realzins. Der Bund hat solche Anleihen mit Fälligkeit 2030, 2033 und 2046 im Umlauf.

Investment Grade

Die obere Hälfte der Rating-Skala: AAA bis BBB− (bei Moody’s Aaa bis Baa3). Anleihen mit diesen Noten gelten als solide; viele Fonds und Versicherer dürfen nur sie kaufen. Alles ab BB+ heißt Hochzins oder spekulativ.

ISIN und WKN

Die Kennnummern eines Wertpapiers. Die ISIN ist international und hat zwölf Zeichen, die deutsche Wertpapierkennnummer (WKN) sechs. Bei deutschen ISINs steckt die WKN in der ISIN.

K

Konvexität

Die Krümmung im Zusammenhang zwischen dem allgemeinen Zinsniveau und dem Kurs: Fällt das Zinsniveau, steigt der Kurs etwas stärker, als er bei einem gleich großen Anstieg fällt. Bei langen Laufzeiten und großen Änderungen macht das viel aus – die Faustregel mit der Duration überschätzt dann den Verlust und unterschätzt den Gewinn.

Kündbare Anleihe

Der Schuldner darf sie vorzeitig zu 100 % zurückzahlen, meist ab einem festen Datum. Er tut es, wenn das allgemeine Zinsniveau gefallen ist. Dafür gibt es etwas mehr Zins. Rechne bei solchen Anleihen mit der niedrigeren Rendite – bis zur ersten Kündigung oder bis zur Fälligkeit. Nicht jede Kündigung schadet dir, etwa die Make-Whole-Kündigung zum Barwert.

Kupon

Der jährliche Zins in Prozent des Nennwerts. Er steht beim Kauf fest und ändert sich meist nicht mehr – egal, zu welchem Kurs du gekauft hast.

Kurs

Der Preis einer Anleihe in Prozent des Nennwerts. 100 % heißt: Du zahlst genau den Nennwert. Unter 100 % ist die Anleihe günstiger – meist, weil ihr Kupon unter dem heutigen allgemeinen Zinsniveau liegt.

L

Langläufer

Anleihen mit sehr langer Restlaufzeit – deutlich über zehn Jahre, bis hin zu 100 Jahren. Ihr Kurs reagiert besonders stark auf Änderungen des allgemeinen Zinsniveaus: Steigt es, können sie die Hälfte ihres Werts verlieren.

Laufzeit-ETF

Ein Anleihen-ETF mit festem Enddatum: Er hält nur Anleihen, die in einem bestimmten Jahr fällig werden, und zahlt dann aus. Eine Mischung aus Anleihe (festes Ende) und ETF (breite Streuung, kleine Beträge).

Leitzins

Der Zins, mit dem die Zentralbank – im Euroraum die EZB – das kurzfristige Geld steuert. Maßgeblich ist heute der Einlagesatz: der Zins, den Banken für Geld bei der EZB bekommen. Er ist der Anker des allgemeinen Zinsniveaus: Steigt der Leitzins, steigen Tagesgeld, Euribor und die Renditen kurzer Anleihen fast sofort; lange Laufzeiten reagieren auf die Erwartung künftiger Leitzinsen.

Limit

Der Höchstkurs, den du bei einer Kauforder zu zahlen bereit bist (beim Verkauf: der Mindestkurs). Ohne Limit („billigst“) bekommst du den nächsten verfügbaren Kurs – bei wenig gehandelten Anleihen kann der weit weg liegen. Deshalb: Anleihen immer mit Limit kaufen.

Liquidität

Wie leicht du eine Anleihe kaufen oder verkaufen kannst, ohne den Kurs zu bewegen. Bundesanleihen sind sehr liquide: viele Käufer, enge Spanne. Kleine oder exotische Anleihen sind illiquide: breite Spanne, manchmal tagelang kein Kurs. Kennzeichen sind das Volumen und die Spanne.

M

Medium-Term Notes (MTN)

Ein Sammelname für Anleihen, die ein Schuldner aus einem Rahmenprogramm heraus immer wieder neu ausgibt – statt jede Anleihe einzeln aufzulegen. „EO-Medium-Term Notes“ heißt schlicht: eine normale Anleihe in Euro aus so einem Programm. Der Name sagt nichts über Laufzeit oder Sicherheit.

N

Nachranganleihe (Tier 2, AT1, Hybrid)

Eine Anleihe, die im Pleitefall erst bedient wird, wenn alle normalen („Senior“-)Gläubiger ihr Geld haben – meist bleibt dann nichts. Bei Banken heißen sie Tier 2 oder AT1; AT1-Anleihen können Aufseher sogar ohne Pleite auf null setzen (Bail-in). Hybridanleihen von Unternehmen funktionieren ähnlich: ewige Laufzeit, Zins aussetzbar. Dafür gibt es deutlich mehr Zins.

Nennwert

Der Betrag je Stück, den der Schuldner bei Fälligkeit zurückzahlt. Auf ihn beziehen sich Kupon und Kurs.

Nullkupon-Anleihe

Eine Anleihe ohne laufende Zinsen. Sie wird deutlich unter 100 % gekauft und zu 100 % zurückgezahlt – der ganze Ertrag steckt in diesem Unterschied. Ihr Kurs schwankt besonders stark.

O

Öffentliche Anleihe

Anleihen von Bundesländern, Städten, Förderbanken wie der KfW und internationalen Institutionen wie der EU, der EIB oder der Weltbank – in der Suche die Art „Öffentlich“. Fast so sicher wie Staatsanleihen, oft mit etwas mehr Zins. Manche haben 100.000 € Stückelung.

Order

Dein Auftrag an den Broker, eine Anleihe zu kaufen oder zu verkaufen. Du gibst an: ISIN, Nennwert (nicht Stückzahl), Börsenplatz, Limit und Gültigkeit. Ausgeführt wird zum Kurs plus Stückzinsen plus Gebühr; das Geld wird zwei Tage später abgebucht (Valuta).

P

Pfandbrief

Eine Anleihe einer Bank, die zusätzlich durch Immobilienkredite oder Kredite an Staaten abgesichert ist (Deckungsmasse). Geht die Bank pleite, gehört diese Sicherheit den Pfandbrief-Gläubigern. Seit über 100 Jahren ist kein Pfandbrief ausgefallen. Rating meist AAA, Rendite etwas über Bundesanleihen.

R

Realzins

Zins minus Inflation – das, was von der Rendite an Kaufkraft übrig bleibt. Er ist negativ, wenn die Preise schneller steigen als der Zins, wie 2021 bis 2023 in Deutschland und den USA.

Rendite bis Fälligkeit

Was du wirklich im Jahr verdienst, wenn du zum heutigen Kurs kaufst und bis zur Rückzahlung hältst: Kupon plus Kursgewinn oder -verlust bis 100 %, aufs Jahr umgerechnet. Mit der Rendite vergleichst du Anleihen – nicht mit dem Kupon.

Risikoaufschlag (Spread)

Der Mehrzins einer Anleihe gegenüber einer sicheren Staatsanleihe gleicher Laufzeit. Er wächst mit sinkender Bonität und weitet sich in Krisen aus, wenn Anleger Risiken meiden. „Spread“ heißt beim Handel auch die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs (Geld-Brief-Spanne) – ein anderer Begriff für eine andere Sache.

S

Senior-Anleihe

Eine normale, nicht nachrangige Anleihe – die meisten Anleihen sind „Senior“. Im Pleitefall werden ihre Gläubiger nach den besicherten Gläubigern (etwa bei Pfandbriefen), aber vor den Nachranggläubigern und den Aktionären bedient. Bei Banken gibt es zusätzlich „Senior non-preferred“: Sie stehen zwischen normalen Senior- und Nachranganleihen.

Sparerpauschbetrag

Kapitalerträge bis 1.000 € im Jahr bleiben steuerfrei, bei zusammen veranlagten Paaren 2.000 €. Damit die Bank ihn berücksichtigt, erteilst du einen Freistellungsauftrag.

Staatsanleihe

Eine Anleihe, mit der sich ein Staat Geld leiht. Deutschlands heißen Bundesanleihen („Bund“), Italiens BTP, die der USA Treasuries. Sie sind der größte Teil des Anleihenmarkts und bei guter Bonität die sicherste Anlage überhaupt – die Rendite hängt dann fast nur vom allgemeinen Zinsniveau ab.

Stückelung

Der kleinste handelbare Nennwert – also die Mindestanlage. 0,01 € bei Bundesanleihen, oft 1.000 € bei Anleihen für Privatanleger, 100.000 € oder mehr bei vielen Unternehmensanleihen.

Stückzinsen

Die Zinsen, die seit dem letzten Zinstermin aufgelaufen sind. Wer zwischen zwei Terminen kauft, zahlt sie dem Verkäufer zusätzlich zum Kurs – und bekommt dafür den vollen nächsten Kupon.

Stufenzins-Anleihe (Step-up)

Der Kupon steigt nach einem festen Plan: erst 2 %, dann 2,5 %, dann 3 %. Meist von Banken, fast immer mit Kündigungsrecht der Bank – sie zahlt vorzeitig zurück, wenn ihr die hohen Stufen zu teuer werden. Der Durchschnittszins über alle Stufen ist die ehrliche Zahl, aber nur, wenn nicht gekündigt wird.

T

TER (Gesamtkostenquote)

Die laufenden Kosten eines ETF oder Fonds in Prozent pro Jahr – sie werden täglich aus dem Fondsvermögen abgezogen, du siehst sie nicht auf der Abrechnung. Bei Anleihen-ETFs meist 0,05 bis 0,2 %. Eine einzelne Anleihe hat keine laufenden Kosten, nur die Ordergebühr.

Thesaurierend und ausschüttend

Zwei Arten, wie ein ETF mit den Zinserträgen umgeht: Ausschüttende ETFs überweisen sie dir – meist viermal im Jahr. Thesaurierende legen sie im Fonds wieder an, der Anteilspreis steigt entsprechend. Für Zinseinkommen ausschüttend, fürs Ansparen thesaurierend.

U

Unternehmensanleihe

Eine Anleihe, mit der sich ein Unternehmen Geld leiht – Mercedes-Benz, Siemens, Nestlé. Mehr Zins als beim Staat, weil ein Unternehmen eher in Schieflage gerät; das Rating zeigt, wie viel mehr. Stückelung meist 1.000 € oder 100.000 €. Auf mehrere Schuldner verteilen.

V

Valuta

Der Tag, an dem ein Wertpapierkauf tatsächlich abgerechnet wird – bei Anleihen meist zwei Bankarbeitstage nach dem Handelstag. Bis dahin laufen die Stückzinsen, ab dann gehört dir die Anleihe samt Zinsen.

Volumen

Der Gesamtbetrag einer Anleihe – ausgegeben oder nach Aufstockungen und Rückkäufen noch im Umlauf. Großes Volumen bedeutet meist regen Handel. Die Anleihen-Suche zeigt es in Milliarden der Anleihewährung.

W

Währungsabsicherung

Ein ETF oder Fonds sichert den Wechselkurs ab, damit Kursschwankungen der Fremdwährung nicht durchschlagen („EUR hedged“). Das kostet ungefähr den Unterschied der kurzfristigen Zinsen beider Währungen – übrig bleibt ungefähr die Rendite vergleichbarer Euro-Anleihen.

Wandelanleihe

Eine Unternehmensanleihe, die du zu einem festgelegten Kurs in Aktien des Unternehmens tauschen darfst. Steigt die Aktie, machst du mit; fällt sie, behältst du die Anleihe. Der Zins ist dafür niedrig. Für Privatanleger meist nur über Fonds erreichbar.

Wiederanlagerisiko

Die Gefahr, dass du Zinsen und Rückzahlungen nur zu einem niedrigeren Zins neu anlegen kannst, weil das allgemeine Zinsniveau gefallen ist. Es ist das Gegenstück zum Zinsänderungsrisiko: Steigt das allgemeine Zinsniveau, drückt das den Kurs; fällt es, drückt es die Wiederanlage. Eine Leiter verteilt beides.

Z

Zehnjahreszins (10-Jahres-Zins)

Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen – der Referenzzins einer Volkswirtschaft. Die zehnjährige US-Staatsanleihe gilt als wichtigster Zins der Welt: Maßstab für Hypotheken, Unternehmensanleihen und die Bewertung von Aktien.

Zinsänderungsrisiko

Steigt das allgemeine Zinsniveau, fallen die Kurse laufender Anleihen: Neue Anleihen bringen mehr, die alten werden billiger, bis ihre Rendite mithält. Wer bis zur Fälligkeit hält, bekommt trotzdem 100 % zurück.

Zinskurve

Die Renditen eines Schuldners nach Laufzeit. Normal steigt sie: Wer lange bindet, bekommt mehr Zins. Invers ist sie, wenn kurze Laufzeiten mehr bringen als lange – in den USA galt das lange als Vorbote einer Rezession.

Zinsniveau (allgemeines)

Der Zins, den der Markt gerade für neues Geld zahlt – sichtbar an den Renditen neuer Anleihen und am Leitzins der Zentralbank. Er ist der Maßstab für alle laufenden Anleihen: Steigt das allgemeine Zinsniveau, fallen ihre Kurse; sinkt es, steigen sie. Der Zins deiner eigenen Anleihe (der Kupon) bleibt davon unberührt.

Zinstermin

Der Tag, an dem der Kupon gezahlt wird. In Euro meist einmal im Jahr, in den USA und Großbritannien halbjährlich, bei Floatern vierteljährlich. Zwischen zwei Terminen laufen die Stückzinsen auf.

Die Erklärungen sind bewusst kurz und vereinfacht. Keine Anlageberatung.