Anleihen einfach erklärt
Sechs kurze Schritte, jeder mit Schaubild. Lesezeit: etwa 5 Minuten.
Was ist eine Anleihe?
Eine Anleihe ist ein Kredit. Nur leihst du das Geld – nicht die Bank. Du gibst es einem Staat oder einem Unternehmen. Dafür bekommst du jedes Jahr Zinsen. Am Ende bekommst du dein Geld zurück.
Staaten wie Deutschland oder die USA geben Anleihen aus. Unternehmen wie Volkswagen oder Coca-Cola auch.
Kurz gesagt: Du bist der Kreditgeber. Der Staat oder das Unternehmen ist dein Schuldner.
Was auf einer Anleihe steht
Fünf Angaben sagen dir alles Wichtige: Wer sich das Geld leiht, wie viel zurückgezahlt wird, wie viel Zins es gibt, wann das Geld zurückkommt und was die Anleihe gerade kostet.
Der Zins heißt Kupon. Er ist meist fest. Der Betrag, der am Ende zurückkommt, heißt Nennwert.
Steckbrief einer Anleihe Beispiel
- Wer leiht sich das Geld?Emittent
- ein Staat, Rating AAA
- Wie viel wird zurückgezahlt?Nennwert
- 1.000 €
- Wie viel Zins gibt es?Kupon
- 3 % im Jahr
- Wann gibt es das Geld zurück?Fälligkeit
- 2031
- Was kostet sie gerade?Kurs
- 98,50 %
Jede Anleihe hat außerdem eine Kennnummer, die ISIN – zwölf Zeichen, wie ein Kfz-Kennzeichen.
Kurz gesagt: Kupon, Nennwert, Fälligkeit, Kurs – mehr brauchst du am Anfang nicht.
Kurs und Rendite
Der Kurs ist der Preis. Er steht in Prozent vom Nennwert. 100 % heißt: Du zahlst genau den Nennwert. Unter 100 % ist die Anleihe günstiger, über 100 % teurer.
Am Ende bekommst du den Nennwert zurück. Kaufst du günstiger, verdienst du mehr als den Kupon. Kaufst du teurer, verdienst du weniger. Was du wirklich im Jahr bekommst, heißt Rendite.
So hängen Kurs und Rendite zusammen
Dieselbe Anleihe: 1.000 € Nennwert, 3 % Kupon, noch 5 Jahre. Am Ende gibt es 1.000 € zurück – deshalb hängt die Rendite vom Kurs ab.
Kurz gesagt: Vergleiche Anleihen mit der Rendite, nicht mit dem Kupon.
Warum der Kurs schwankt
Der Zins deiner Anleihe steht fest. Das allgemeine Zinsniveau ändert sich aber. Steigt es, fällt der Kurs deiner Anleihe – denn neue Anleihen bringen jetzt mehr. Sinkt das Zinsniveau, steigt ihr Kurs.
Das zählt nur, wenn du vorher verkaufst. Wer bis zur Fälligkeit hält, bekommt 100 % zurück.
Die Regel
Beispiel: Zinsniveau steigt von 3 % auf 4 %
Je länger die Restlaufzeit, desto stärker schwankt der Kurs. Bei Fälligkeit gibt es trotzdem 100 %.
Kurz gesagt: Zinsniveau rauf, Kurs runter – und umgekehrt. Bei Fälligkeit gibt es 100 %.
Wie sicher ist eine Anleihe?
Eine Anleihe ist so sicher wie ihr Schuldner. Zahlt er nicht, geht oft ein großer Teil deines Geldes verloren. Rating-Agenturen benoten die Schuldner: AAA ist die beste Note, D heißt Ausfall.
Je schlechter die Note, desto mehr Zins muss der Schuldner bieten. Mehr Zins gibt es also fast nur für mehr Risiko.
Die Noten für Schuldner
Mehr Risiko, mehr Zins (schematisch)
Kurz gesagt: Mehr Zins heißt mehr Risiko. Die Note zeigt, wie sicher der Schuldner ist.
Anleihe, Aktie oder Sparbuch?
Mit einer Aktie gehört dir ein Stück der Firma. Mit einer Anleihe leihst du der Firma Geld. Ein Sparbuch ist auch ein Kredit – an deine Bank.
Anleihen liegen dazwischen: sicherer als Aktien, oft mehr Zins als das Sparbuch.
Im Vergleich
| Merkmal | Anleihe | Aktie | Sparbuch |
|---|---|---|---|
| Du bist … | Kreditgeber | Miteigentümer | Kreditgeber der Bank |
| Ertrag | fester Zins | Dividende und Kurs – beides unsicher | Zins, oft niedrig |
| Kurs schwankt? | ja, meist wenig | ja, oft stark | nein |
| Ende | festes Datum, 100 % zurück | kein Ende – du verkaufst | jederzeit abhebbar |
| Firma pleite? | Anleihen werden vor Aktien bedient | meist Totalverlust | abgesichert bis 100.000 € |
Kurz gesagt: Anleihe = fester Zins, festes Ende, Nennwert zurück.
Diese Seite erklärt, wie Anleihen funktionieren. Sie empfiehlt keine Anlage. Die Zahlen sind gerundet.